Mit einem hart erkämpften 3:2 (1:1)-Heimsieg gegen den SV Blau-Weiß Baabe hat unser Landesliga-Team im Abstiegskampf ein wichtiges Lebenszeichen gesetzt und die Rote Laterne abgegeben. Doch die Freude über den wichtigen Erfolg wurde von dramatischen Szenen in der Nachspielzeit überschattet. Nach einem schweren Zusammenprall zweier Spieler saß der Schock bei allen Beteiligten tief. Am Abend gab es zumindest eine erste erleichternde Nachricht: Unser Doppeltorschütze Machkour Adamou war im Krankenhaus wieder ansprechbar.
In der siebten Minute der Nachspielzeit prallten unsere beiden Kicker Tim Kietzmann und Machkour Adamou im eigenen Strafraum heftig mit den Köpfen zusammen. Während Tim eine Platzwunde erlitt, blieb Machkour zunächst regungslos auf dem Rasen liegen. Beide mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Machkour wurde nach notärztlicher Versorgung mit einem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Greifswald geflogen. Am Abend folgte eine erste positive Nachricht: Machkour war im Krankenhaus wieder ansprechbar.
„Dieser schwere Zusammenprall überschattet einfach alles. Der Schock sitzt bei uns allen tief. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie unwichtig das Ergebnis eines Fußballspiels plötzlich ist. Unsere Gedanken sind bei Machkour, und wir wünschen ihm von Herzen nur das Allerbeste“, machte Trainer Nils Gütschow deutlich. Das Verhalten der Gäste nach der langen Unterbrechung sorgte bei ihm für Unverständnis. „Ich hätte mir in dieser Situation etwas mehr Fairplay gewünscht. Es waren nur noch zwei Minuten zu spielen, aber die Gäste haben noch einmal alles versucht, um den Ausgleich zu erzielen“, erklärte Gütschow.
Dabei hatten die Kicker um Kapitän Sascha Pribbernow zuvor unter äußerst schwierigen Voraussetzungen eine beeindruckende kämpferische Leistung gezeigt. Nach der Trennung von Spielertrainer Tom Fraus in der Vorwoche und einer Grippewelle, die zahlreiche Akteure außer Gefecht gesetzt hatte, musste Gütschow bei der Aufstellung kräftig improvisieren.So stand eine bunt zusammengewürfelte Elf aus Spielern unserer Ersten, Zweiten und Ü35 auf dem Platz. Besonders bemerkenswert war dabei das Comeback von André Dreier und Michael Jeske. Im Mai 2022 waren beide aus unserem damaligen Landesliga-Team verabschiedet worden. Viereinhalb Jahre später standen sie nun wieder gemeinsam in der Startelf – und zeigten, dass sie noch immer eine wichtige Stütze sein können.
Der 39-jährige André Dreier übernahm im Mittelfeld die Rolle des Taktgebers, während der 44-jährige Michael Jeske unserer Defensive Stabilität verlieh. Auch Philipp Labahn aus unserer Ü35 zeigte zwischen den Pfosten eine starke Leistung. Hinzu kamen Willy Diedrich aus der zweiten Mannschaft sowie Max Wachalski und Machkour Adamou, die erst vor wenigen Wochen aus unserer Reserve in den Landesliga-Kader aufgerückt waren.
„Die Erfahrung hat uns in diesem Spiel enorm geholfen. Vor allen, die heute auf dem Platz gestanden haben, kann man nur den Hut ziehen. Die Jungs haben alles gegeben, geackert und gefightet“, lobte Gütschow den leidenschaftlichen Auftritt seiner Mannschaft. Und unsere Jungs erwischten einen Start nach Maß! Gerade einmal 80 Sekunden waren gespielt, als André Dreier einen Eckball in den Strafraum brachte. Machkour Adamou war zur Stelle und jagte den Ball aus elf Metern zum 1:0 ins Netz. Nur zwei Minuten später hätte Paul Freimark bereits erhöhen können, scheiterte jedoch am gegnerischen Torhüter. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Philipp Labahn verhinderte in der 15. Minute zunächst mit einer starken Parade den Ausgleich, musste wenig später aber doch hinter sich greifen.
Unsere Elf ließ sich davon nicht beeindrucken. Machkour Adamou (17.) und Marvin Schulz (25.) hatten gute Möglichkeiten zur erneuten Führung. Auf der Gegenseite hatten wir Glück, als Baabe in der 27. Minute nur die Latte traf. In der 40. Minute war erneut Labahn zur Stelle. Kurz vor der Pause boten sich Paul Freimark und Marvin Schulz zwei hochkarätige Chancen, doch beide scheiterten am Gästetorhüter.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es spannend. Paul Freimark scheiterte in der 47. Minute erneut am Torhüter, ehe Philipp Labahn drei Minuten später auf der Gegenseite glänzend parierte. In der 52. Minute durften unsere Jungs dann wieder jubeln: Nach einem Freistoß von André Dreier stieg Kapitän Sascha Pribbernow am höchsten und köpfte zur umjubelten 2:1-Führung ein. Nur zwei Minuten später verpasste Willy Diedrich den dritten Treffer. In der 69. Minute legte unsere Elf schließlich nach. Nach einem Einwurf von Tyrone Zeidler verlängerte Machkour Adamou den Ball per Kopf ins Netz und schnürte damit seinen Doppelpack. Doch Baabe gab sich nicht geschlagen und verkürzte in der 74. Minute auf 2:3. Es wurde noch einmal richtig spannend. In der 78. Minute bewahrte uns Philipp Labahn mit einer weiteren starken Parade vor dem Ausgleich.
Auch in der Schlussphase war auf unseren Torhüter Verlass. Nach einem Foulspiel von André Dreier im eigenen Strafraum bekamen die Gäste einen Elfmeter zugesprochen. Doch Philipp Labahn zeigte einmal mehr seine Klasse und parierte den Strafstoß.Wenig später kam es zu dem schweren Zusammenprall zwischen Tim Kietzmann und Machkour Adamou, der alles Sportliche in den Hintergrund rückte. Nach der langen Unterbrechung wurden die letzten Minuten noch zu Ende gespielt. Dann stand der zweite Saisonsieg unserer Ersten fest.
VFC: Labahn, Wachalski (90.+4 Steffenhagen), Pribbernow, Jeske, Adamou, Dreier, Diedrich (90. Kietzmann), Wolf, Zeidler, Schulz und Freimark (90.+2 Lietze)


