Das tut weh: Für unsere erste Herren-Mannschaft ist die Reise im Landespokal bereits nach der zweiten Runde beendet. Sie musste sich beim Landesklasse-Vertreter SV Murchin/Rubkow in einem dramatischen Pokalkrimi mit 6:7 nach Elfmeterschießen geschlagen geben. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden. Besonders bitter: Unsere Elf führte zweimal, spielte nach einer Gelb-Roten Karte für die Gastgeber fast 40 Minuten in Überzahl und hatte genügend Möglichkeiten, die Partie vorher zu entscheiden.
Dabei begann das Derby vor rund 300 Zuschauern im Murchiner Waldstadion ganz nach dem Geschmack von Trainer Tom Fraus und seiner Elf. Nachdem der Anpfiff wegen eines Gewitters verspätet erfolgt war, nutzte unsere Mannschaft gleich die erste Gelegenheit. Marvin Schulz und Jan-Philipp Bruhns bereiteten vor, Paul Freimark vollendete bereits in der vierten Minute zum 1:0. Unsere Elf hatte die Partie in der ersten Halbzeit weitgehend unter Kontrolle und erspielte sich weitere Möglichkeiten. Philipp Sorgatz hatte in der 25. Minute das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Murchins starkem Schlussmann Johann Wegner. Wenig später ließ Sorgatz eine weitere gute Gelegenheit liegen, auch Fabian Grote verpasste nach einem Eckball den zweiten Treffer. Dass es zur Pause nur 1:0 stand, sollte sich später rächen. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nach unserem frühen Tor versäumt, unsere Torchancen zu nutzen und eine Vorentscheidung zu erzwingen“, ärgerte sich Tom Fraus.
Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber mutiger. Zunächst gab es in der 56. Minute eine strittige Szene, als Dennis Wolf im gegnerischen Strafraum zu Boden ging, der Elfmeterpfiff aber ausblieb. Fünf Minuten später fiel auf der anderen Seite der Ausgleich. Unsere Mannschaft suchte die Antwort. Marvin Schulz scheiterte in der 74. Minute am gegnerischen Schlussmann. Nachdem ein Murchiner in der 83. Minute Gelb-Rot sah, spielte unser Team fortan in Überzahl und drängte auf die erneute Führung. Jan-Philipp Bruhns fand zunächst ebenfalls seinen Meister im Mu/Ru-Keeper, ehe es in der 88. Minute doch klappte: Nach Vorarbeit von Louis Lietze köpfte Tom Fraus zum 2:1 ein.
Der Einzug in die dritte Runde war zum Greifen nah. Doch wenige Augenblicke vor dem Abpfiff folgte der ganz bittere Moment dieses Pokalnachmittags. Nach einem Freistoß gelang dem Landesklasse-Vertreter in der ersten Minute der Nachspielzeit der 2:2-Ausgleich. Statt über das Weiterkommen jubeln zu können, musste unsere Mannschaft in die Verlängerung.
Dort boten sich unserer Mannschaft weitere Chancen, die Partie zu entscheiden. Tom Fraus scheiterte in der 94. Minute an Johann Wegner, sechs Minuten später entschärfte der Schlussmann auch einen gefährlichen Freistoß unseres Spielertrainers. Zuvor war Machkour Adamou im Strafraum zu Fall gekommen, doch auch diesmal blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm. Trotz Überzahl gelang unserer Elf der entscheidende Treffer nicht. So musste nach 120 Minuten das Elfmeterschießen entscheiden – und dort nahm ein ohnehin bitterer Nachmittag sein endgültiges Ende. Gleich den ersten Versuch von Marvin Schulz parierte Murchins Schlussmann Johann Wegner. Danach zeigten sich die Schützen beider Mannschaften nervenstark. Für unser Team trafen Markus Rogee, Tom Fraus, Johann Haack und Jan-Philipp Bruhns.
Die Enttäuschung nach dem Abpfiff war entsprechend groß. Zweimal geführt, lange in Überzahl gespielt und dennoch ausgeschieden – dieses Pokal-Aus schmerzt. Ausreden wollte Tom Fraus trotzdem nicht gelten lassen. „Diese Niederlage tut richtig weh. Wir haben fast 40 Minuten lang in Überzahl gespielt und konnten das Spiel dennoch nicht zu unseren Gunsten entscheiden. Da brauchen wir nicht über strittige Schiedsrichter-Entscheidungen diskutieren.“
Für unsere Mannschaft gilt es nun, die Enttäuschung schnellstmöglich abzuschütteln und den Blick wieder auf die Landesliga zu richten. Sie empfängt am kommenden Samstag ab 14 Uhr im ersten Heimspiel der Saison den TSV Friedland.
VFC: Kietzmann, Lietze, Rogee, Grote, Haack, Sorgatz, Behm (91. Adamou), Wolf (74. Fraus), Bruhns, Freimark, Schulz
Reserve: Lemke, Wachalski, Pribbernow


