Das Ergebnis ist deutlich ausgefallen, erzählt aber nur einen Teil der Geschichte. Zwei Wochen vor dem Pflichtspielstart haben die Landesliga-Kicker unserer ersten Herren-Mannschaft gestern auf eigenem Rasen gegen den Pasewalker FV eine 2:5 (0:4)-Niederlage kassiert. Während unsere Elf vor der Pause große Probleme mit den spielstarken Gästen hatte, präsentierte sie sich nach dem Seitenwechsel wesentlich stabiler und entschied den zweiten Durchgang zumindest mit 2:1 für sich.
Dass die Akteure um Spielertrainer Tom Fraus nicht mit der nötigen Leichtigkeit in die Begegnung gingen, hatte seinen Grund. Erst am Abend zuvor hatte eine intensive Trainingseinheit auf dem Programm gestanden. Unser Landesliga-Coach wollte die hohe Belastung allerdings nicht als Entschuldigung für den schwachen ersten Durchgang anführen. „Es gibt nichts schönzureden. Keiner von uns wollte gegen Pasewalk verlieren. Aber die Niederlage lässt sich ein Stück weit erklären. Wir haben am Vorabend hart trainiert und waren körperlich einfach platt“, erklärte er.
Die Pasewalker, die in der kommenden Landesklasse-Saison zum Kreis der Aufstiegsfavoriten zählen, wussten die fehlende Frische unseres Teams konsequent zu nutzen. Sie bestimmten zunächst das Geschehen und brachten unsere Defensive immer wieder in Bedrängnis. Nach 14 Minuten sorgte Ndubuisi Okoye für die Gästeführung. Das 0:2 ließ nur vier Minuten auf sich warten. Unsere Elf benötigte einige Zeit, um selbst gefährlich zu werden. Dann bot sich Philipp Sorgatz die Gelegenheit zum Anschlusstreffer, doch er ließ die Chance ungenutzt. Auch Jan-Patrick Bruhns hatte mit seinem anschließenden Versuch kein Glück, weil die Pasewalker Abwehr den Ball abblockte. Der PFV zeigte sich auf der anderen Seite effizienter. Innerhalb von vier Minuten schlugen die Gäste noch zweimal zu und erhöhten in der 35. und 39. Minute auf 4:0. „Wir haben im ersten Durchgang nicht als Team zusammengehalten und nicht gut verteidigt“, benannte Fraus die Probleme seiner Mannschaft klar.
In der Kabine forderte der Spielertrainer deshalb vor allem ein anderes Auftreten. „Unser Trainer hat in der Halbzeit daran appelliert, dass auch bei dem Wetter und den schweren Knochen zumindest das Läuferische und die Kommunikation untereinander besser sein müssen“, berichtete Lukas Behm. Die Ansprache zeigte Wirkung. Nach dem Seitenwechsel agierten unsere Kicker kompakter, unterstützten sich gegenseitig besser und kamen häufiger zu eigenen Offensivaktionen. Auch wenn die intensive Trainingsbelastung weiterhin deutlich zu spüren war, entwickelte sich nun eine wesentlich ausgeglichenere Begegnung.
In der 57. Minute belohnte sich unsere Mannschaft für ihre Steigerung. Philipp Sorgatz traf zum 1:4. Gut eine Viertelstunde vor dem Ende verkürzte Jan-Patrick Bruhns auf 2:4 und sorgte dafür, dass die zweite Halbzeit aus Sicht des Landesligisten auch auf der Anzeigetafel ein anderes Bild bot. „Wir waren auch nach der Pause körperlich am Ende. Trotzdem haben wir besser verteidigt und unsere Angriffe gefahren“, zeigte sich Fraus mit der Reaktion seiner Elf zufrieden. Ganz ohne Schönheitsfehler blieb der zweite Durchgang allerdings nicht. In der Schlussphase musste unsere Mannschaft noch einen weiteren Gegentreffer hinnehmen. Sechs Minuten vor dem Ende stellte Pasewalk mit dem 5:2 den alten Drei-Tore-Abstand wieder her.
Trotz der Niederlage dürfte die Partie ihren Zweck in der Vorbereitung erfüllt haben. Gegen einen ambitionierten und offensivstarken Gegner wurde deutlich, woran bis zum Punktspielstart noch gearbeitet werden muss. „Unter den physischen Voraussetzungen war das für uns ein echter Härtetest“, sagte Fraus. Vor allem die körperliche Frische soll in den kommenden Trainingseinheiten zurückkehren. „Was jetzt noch fehlt, ist die nötige Frische und Spritzigkeit. Die werden wir uns bis zum Saisonstart noch holen.“
Eine Gelegenheit zum letzten Formcheck hat unsere Mannschaft noch. Am kommenden Samstag empfängt sie den Landesklasse-Vertreter SV Gützkow zur Generalprobe vor dem Start in die neue Landesliga-Saison.
VFC: Lemke, Lietze, Rogee, Grote, Haack, Sorgatz, Behm (46. Zeidler), Wolf, Bruhns, Freimark, Fraus (46. Schulz)
Reserve: Kietzmann